Glossar

Hier finden Sie eine Übersicht der gängigsten Begriffe aus der Uhrenwelt.

ANKER
Bewegliches Teil zwischen Räderwerk und Unruh.

 

AUFZIEHEN
Die mechanische Uhr wird über die Krone aufgezogen. Das automatische Uhrwerk hat den besonderen Vorteil, dass es sich durch die Armbewegung des Trägers selbständig aufzieht. Durch einen kugelgelagerten, unbegrenzt drehenden Rotor wird die Zugfeder gespannt und muss nicht von Hand aufgezogen werden.

 

AUTOMATISCHER AUFZUG
Werkaufzug durch ein Gewicht/Rotor. Die erste in Serie gefertigte Automatikarmbanduhr stammt von dem englischen Uhrmacher John Harwood. Patent 1924 HARWOOD.

 

BAR
Das Bar ist in der Physik und Technik eine SI-konforme Einheit für den Druck (SI = Abk. für frz.: Système international d'unités). Der Name stammt von dem griechischen Wort báros »schwer« ab. Eine physikalische Atmosphäre (Normaldruck) entspricht etwa einem Bar (1 atm = 1,013250 bar). Eine Wassersäule von einem Meter bewirkt einen Druck von annähernd 0,1 bar (ein Meter Wassersäule (mWS) . 0,1 bar). Wird eine Uhr mit 100 m Wasserdichtigkeit bezeichnet, hat sie die Druckprüfung von 10 bar bestanden.

 

BRÜCKE
Teil des Uhrwerks mit zwei Auflageflächen. Eingesetzt anstelle von Platinen, ermöglicht den Einblick in das Uhrwerk.

 

C.O.S.C. CHRONOMETER PRÜFUNG
(Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres / Schweizer Chronometeramt)
Die begehrten Gangblätter (Bulletin de marche) werden erst ausgestellt, wenn das Uhrwerk nach einer strengen, zweiwöchigen Gangkontrolle in verschiedenen Lagen und Temperaturen kontrolliert wurde. Das Prädikat «Offizieller Chronometer» steht für feinste Uhrmacherkunst.

 

DECKSTEIN
Synthetischer Rubin, zur Eingrenzung des Höhenspiels der Unruh.

 

DICHTUNGSRING
Wasserdichte Uhren werden an Glas, Krone und Boden mit Dichtungsringen aus Kunststoff oder Gummi versehen.

 

DICHTUNG
Die Wasserdichtigkeit von Uhren wird durch Dichtungen unterschiedlicher Materialien gewährleistet. Diese unterliegen im Laufe der Zeit einem natürlichen Verschleiß. Sonneneinstrahlung, Schweiß, Seife und Badezusätze machen Dichtungen zusätzlich spröde oder härten sie aus. Empfehlung: Mindestens einmal im Jahr einen Wasserdichtigkeitstest durchführen lassen.

 

DRUCKFESTIGKEIT
Die Druckfestigkeit gibt den Grad der Belastung wieder, dem die Uhr maximal standhält. Dies wird durch die Angabe in bar oder Metern Wassertiefe angegeben.

 

DRÜCKER
Zur Bedienung von Zusatzfunktionen. Um Wasserschäden zu vermeiden, Drücker nicht unter Wasser betätigen.

 

EDELSTAHL
Rostfreier Stahl mit extrem geringer Anfälligkeit gegenüber Korrosion.

 

FEDERHAUS
Geschlossenes Gehäuse für die Zugfeder.

 

FEDERSTEG
Zur Befestigung des Armbandes mit beweglichen Endstücken am Gehäuse.

 

FEINREGULIERUNG
Einstellung der Uhr zur Verringerung der Gangabweichung.

 

GANGGENAUIGKEIT
Der Gang der Uhr kann beeinflusst werden durch: Lagenveränderung, Temperaturschwankungen, Magnetismus, Kondenswasser, unregelmäßiges Aufziehen oder durch Verharzung der Schmieröle. Trotz dieser Einflüsse geht die mechanische Uhr sehr genau. Eine Abweichung von + 20 Sekunden / 24 Std. kann als normal angesehen werden und bedeutet eine Ganggenauigkeit von 99,9768%!

 

GANGRAD/ANKERRAD
Letztes Rad im Räderwerk, dreht sich mit der höchsten Geschwindigkeit.

 

GANGRESERVE
Bezeichnet die Zeit von Vollaufzug bis zur Entspannung der Zugfeder. Eine automatische Uhr sollte bei Vollaufzug mindestens 24 Stunden durchlaufen. Dies ist je nach Uhrwerk verschieden. Üblich ist bei Vollaufzug der Uhr eine Gangreserve von 38-48 Stunden.

 

GEHÄRTETES MINERALGLAS
Glas mit vergüteter Oberfläche. Die Kratzfestigkeit ist in etwa doppelt so hoch wie bei normalem Mineralglas.

 

GMT/GREENWICH MEAN TIME & UTC/UNIV. TIME COORDINATED
Die ”Weltzeit” ist die Basis der Zonenzeiten, ausgehend vom Längengrad Null am Meridian von Greenwich. Alle 15 Längengrade verschiebt sich die Zeit um eine Stunde und ergibt somit 24 Zeitzonen.

 

HANDAUFZUG
Durch das Drehen der Krone wird das mechanische Werk einer Handaufzugsuhr in Gang gesetzt. Die Zugfeder wird gespannt und sorgt für die Gangreserve. Ein tägliches Aufziehen garantiert einen gleichmäßigen, präzisen Gang. 

 

HEMMUNG
Kraftübertragung vom Räderwerk auf das Schwingsystem/Unruh.

  

KAUTSCHUK
(indian. cao = Baum und ochu = Träne) ist ein Sammelbegriff für elastische Polymere, aus denen Gummi hergestellt wird. Gewonnen wird er aus der natürlichen, milchigen Emulsion verschiedener Pflanzen.

 

KOMPLIKATION
Uhrwerk mit einem oder mehreren zusätzlichen Mechanismen wie z.B. Repetition, Schlagwerk, Chronograph oder Wecker.

 

LEDERARMBAND
Ein Naturprodukt, gefährdet durch Feuchtigkeit, Schweiß, Chemikalien und Abrieb. Hat infolge dessen eine begrenzte Haltbarkeit. Beim Bandwechsel sollten auch die Federstege ausgetauscht werden.

 

LEUCHTMITTEL
Leuchtfarben erlauben das Ablesen der Uhrzeit auch bei diffusen Lichtverhältnissen. H3 Gas in Mikroglasröhrchen ist die hellste und dauerhafteste Technik entwickelt von BALL, dem Schweizer Pionier dieser Technologie.

 

MERIDIAN
Einteilung der Erdkugel in Längengrade. Von dem Nullmeridian bestehen je 180 Meridiane nach Osten und Westen zur Festlegung der Länge. Einteilung bei Weltzeituhren.

 

PVD/PHYSICAL VAPOUR DEPOSITION
Beschichtungstechnik unter Vakuum. Ein Beschichtungsmetall wird verdampft und ionisiert. Der Metalldampf schlägt sich dann als Beschichtung nieder.

 

ROTOR
Unbegrenzt drehbares Gewicht für den automatischen Aufzug der Zugfeder.

 

SAPHIRGLAS
Hochfeines, synthetisches Glas, um ein vielfaches kratzfester und härter als Mineralglas.

 

SILIKON
Bezeichnet eine Gruppe synthetischer Polymere. Sie sind in gewisser Weise Hybride, denn sie nehmen eine Zwischenstellung ein, zwischen organischen und anorganischen Verbindungen. Ihre Eigenschaften sind einzigartig und werden von keinem anderen Kunststoff erreicht.

 

STAHLARMBAND
Regelmäßiges Reinigen mit einer Bürste unter fließendem Wasser erhöht die Lebensdauer. Ebenso sollte bei verschraubten Bandgliedern von Zeit zu Zeit durch Nachziehen die Festigkeit der Bandschrauben und Federstege überprüft werden.

 

STEINE
Lagersteine (künstliche Rubine) dienen der reibungsarmen Lagerung der Zapfen (Wellen der Zahnräder).

 

STOPPSEKUNDE
Dient dem sekundengenauen Einstellen der Uhr. Durch Ziehen der Krone stoppt die Vorrichtung auch den Sekundenzeiger.

 

STOSS-SICHERUNG
Schützt die Unruhwelle vor Stößen in radialer und axialer Richtung.

 

TACHYMETER
Bezeichnung für einen Geschwindigkeitsmesser. Die Uhr weist eine Skala auf, welche das genaue Ablesen der Geschwindigkeit auf einer festen Referenzstrecke (1.000 Meter) erlaubt.

 

TITAN
Ist ein hervorragender Werkstoff für Armbanduhren, aufgrund seines geringen Gewichtes und kaum vorhandener Allergierisiken. Durch die geringe Wärmeleitfähigkeit entsteht ein besonderer Tragekomfort: Titan passt sich rasch der Hauttemperatur des Trägers an.

 

WASSERDICHTIGKEIT
Krone und Drücker dürfen unter Wasser nicht bedient werden, da ansonsten Wasser eindringen kann. Wasserdicht nur mit angedrückter/verschraubter Krone. Uhren mit verschraubter Krone und Drückern sollten regelmäßig auf Beschädigungen kontrolliert werden. Jährlich sollte eine Wasserdichtigkeitsprüfung erfolgen.

 

DIE UHR ALS KOMPASS
Zur Bestimmung der Himmelsrichtung lässt sich eine Armbanduhr mit zweiter Zeitzone besonders gut einsetzen, vorausgesetzt, die Sonne scheint. Die Uhr muss so eingestellt sein, dass der 24 Stundenzeiger synchron zum Stundenzeiger läuft und keine zweite Zeitzone eingestellt ist. Durch die Ausrichtung der Uhr mit dem Stundenzeiger zur Sonne, ist Norden in Richtung des 24 Stundenzeigers ablesbar. Wenn die 24 Stundenskala unten auf dem Zifferblatt angeordnet ist, weist der 24 Stundenzeiger nach Süden (Orientierung auf der Nordhalbkugel).